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DIE GUTE PUTE AUS ÖSTERREICH

Betriebsbesuch bei Familie Ing. Elisabeth und Mag. (FH) Hannes Rotheneder in Stöttera im Burgenland, Putenmäster in 2. Generation.

Denkt man an konventionelle Putenställe, so hat man das weltweit gängige Bild vor Augen, mit einer Halle, in der zig-tausende Tiere, eng aneinander gereiht,  stehen. 

Nicht so in österreichischen Ställen. Da haben Puten wesentlich mehr Platz. Davon konnten wir uns persönlich vor Ort am Hof von Hannes und Elisabeth Rotheneder überzeugen.

Elisabeth Rotheneder arbeitet seit dem Abschluss der landwirtschaftlichen Ausbildung in Wieselburg, im Jahr 2000, am elterlichen Betrieb. Im Jänner 2015 übernahm das Paar den Putenmastbetrieb der im Jahr 1978 gegründet wurde. Er besteht aus insgesamt drei Ställen. Eine Halle dient allein der Aufzucht der Jungtiere, die im Alter von sechs Wochen in eine der beiden Mastställe übersiedeln. Der Aufzuchtstall ist ca. ein Drittel kleiner als der Maststall und viel besser gedämmt, denn die Küken benötigen zu Beginn viel Wärme. Alle acht bis neun Wochen kommen bei den Rotheneders neue Küken in den Stall. Durch diesen gut durchdachten Rhythmus kann die vorhandene Stallfläche optimal genutzt und vor allem perfekt auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt werden.

IM UNGLEICHEN WETTBEWERB

Maximal 40 Kilo stehen pro Quadratmeter. Das sind nicht einmal zwei schlachtreife männliche Tiere. Andere europäische Länder begrenzen die Besatzdichte nicht,  wo bis zu 80 Kilo pro Quadratmeter durchaus üblich sind. Das spiegelt sich natürlich im internationalen Preis wieder. „Das 40-Kilo-Limit“ sorgt zwar für wesentlich mehr Tierwohl in Österreich, schafft aber gleichzeitig einen großen Wettbewerbsnachteil,“ so Hannes Rotheneder und ergänzt weiter: „Im Außer-Haus-Konsum, beim Wirten oder in der Kantine ist das Putenschnitzel selten aus Österreich. Die heimische Produktion ist überschaubar. Österreich versorgt sich nur zu ca. 40 Prozent selbst mit Putenfleisch.“

Dass sie ihre Tiere als wertvolles Gut ansehen, erkennt man sofort an der Art und Weise, wie Hannes und Elisabeth den landwirtschaftlichen Alltag organisieren. An 7 Tagen in der Woche werden mehrmals täglich Kontrollgänge in den Ställen gemacht. Damit sich die Tiere rundum wohlfühlen, muss die Qualität der Luft, des Wassers, der Einstreu und natürlich auch des Futters passen. Die Lüftung ist zwar vollautomatisch, aber die Parameter müssen entsprechend dem Alter und dem Empfinden der Tiere eingestellt werden.

Hannes Rotheneder hat sich sein fundiertes Wissen um Mast und Futter im Laufe seiner Ausbildung angeeignet. Er hat nach Abschluss der landwirtschaftlichen Ausbildung in Wieselburg, Management im ländlichen Raum studiert und war fünf Jahre lang Betriebsleiter der Biofuttermühle Vitakorn in Pöttelsdorf, bevor er sich ganz der Landwirtschaft verschrieb.

Das Motto „Vorbeugen ist besser als Heilen“ wird auch bei der heimischen Putenproduktion sehr groß geschrieben. Deshalb ist der Betrieb Mitglied der Edelputenzüchtergemeinschaft, die über bestens erfahrene Tierärzte, einem eigenen Gesundheitsdienst und ein eigenes Labor verfügt. Gibt es Schwierigkeiten in einem Stall, kann jederzeit ein Tierarzt zu Rate gezogen werden.

Durch viele vorbeugende Maßnahmen wie Impfungen, den Einsatz von Vitaminen, Darmbakterien und speziellen Kräutermischungen wird versucht die Darmflora und das Immunsystem der Tiere zu stärken und auf den Einsatz von Arzneimitteln zu verzichten. 

Hannes Rotheneder sieht sich nicht nur als Landwirt sondern auch als Unternehmer. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen in Österreich sind sehr streng, und ob diese auch eingehalten werden, wird laufend durch die AMA überprüft. Aber ich sehe der Zukunft sehr positiv entgegen“, so Hannes. Er hofft auf das Umdenken der Konsumenten und darauf, dass der Fokus beim Kauf von Putenfleisch immer mehr auf die „gute“ heimische Pute fällt und nicht auf Billigware aus anderen EU Ländern. 

KLEIN ABER FEIN

Betriebswirtschaftlich muss man langfristig planen, denn der Kapitaleinsatz ist sehr hoch. Je älter die Tiere werden, desto wertvoller sind sie für den Betrieb. Mit 25.000 Puten pro Jahr ist der Vollerwerb der Familie gesichert. Deshalb möchten Elisabeth und Hannes den Betrieb zurzeit nicht erweitern, aber bestehende Stallungen fortlaufend modernisieren. „Denn geht’s den Tieren gut, geht’s auch dem Landwirt gut“, davon sind beide überzeugt.

PARTNERSCHAFT MIT ERFOLG

Seit 2005 betreut Lugitsch Geflügel-Fachberater Karl Fink die Rotheneders, die seit sieben Jahren auch überzeugte Lugitsch-Partner sind. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Service, den uns Lugitsch bietet. Vor allem die kompetente Beratung, der rasche und flexible Ablauf und die gute Kommunikation, machen diese Partnerschaft und die Zusammenarbeit wertvoll für unsere Arbeit und unseren wirtschaftlichen Erfolg“, ist Hannes überzeugt. Ganz besonders schätzen er und seine Frau das Vertrauensverhältnis zu Herrn Fink. Jede Mastpartie wird akribisch ausgewertet und auf Kundenwünsche wird nach Möglichkeit eingegangen. Neue Erkenntnisse werden in den Rezepturen eingearbeitet. Davon profitieren alle Putenmäster.

Wir danken Elisabeth und Hannes Rotheneder für den Einblick  in ihren Betrieb und wünschen weiterhin viel Freude und Erfolg bei der Putenmast.