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MILCHINHALTSSTOFFE

Wie können sie beeinflusst werden?

Wie können sie beinflusst werden?

Die Milchinhaltsstoffe sind ein wichtiger Indikator für die Ausgewogenheit der Fütterung. Im Sommer sinken häufig die Milchfett- und Eiweißgehalte, weil die Futteraufnahme sinkt. Hier ist es besonders wichtig die Ration auf die tatsächliche Futteraufnahme anzupassen. Ziel ist es, dass die Inhaltsstoffe das ganze Jahr über konstant sind!

 

MILCHFETT

Der Milchfettgehalt wird durch die Menge an strukturwirksamer Rohfaser und deren Verdaulichkeit, den Stärke- plus Zuckergehalt und den Fettgehalt der Ration beeinflusst. Des Weiteren führen Stoffwechselprobleme, wie Ketosen und Acidosen, zu Veränderungen im Milchfettgehalt. Die Acidose führt aufgrund eines zu niedrigen Pansen pH- Wertes zu einem Milchfettrückgang. Bei der Ketose nimmt der Milchfettgehalt durch einen verstärkten Körperfettabbau zu. Wenn die Acidose sich mit einer Ketose überlagert, kann der Milchfettgehalt normal sein. Ein unauffälliger Fettgehalt ist also nicht immer ein Indiz für eine ausgewogene Fütterung.

 

MILCHEIWEIß

Den größten Einfluss auf den Milcheiweißgehalt haben die Energieversorgung und die Versorgung mit nutzbarem Rohprotein. Der Milcheiweißgehalt kann somit auch als Indikator für Energieüberschuss herangezogen werden. Um eine Energieversorgung richtig zu deuten, sind die 

Körperkonditionsbewertung sowie auch die Messung der Rückenfettdicke hilfreich.

 

HARNSTOFFGEHALT

Der Milchharnstoffgehalt zeigt die Versorgung mit dem Futterprotein an. Es wird fütterungsbedingt durch die Rohproteinmenge, den Gehalt an Durchflussprotein (UDP) und den im Pansen abbaubaren Kohlenhydraten (Zucker, Stärke) bestimmt. Auch die ruminale Stickstoffbilanz (RNB) steht in einer engen Beziehung zum Milchharnstoffgehalt. Nicht fütterungsbedingte Einflüsse, wie die Eutergesundheit, haben auch einen Einfluss auf die Höhe des Harnstoffgehaltes in der Milch.

Bei der Interpretation der Milchinhaltstoffe muss unbedingt auch die Milchleistung, das Laktationsstadium, sowie die genetische Veranlagung berücksichtig werden. Ihr Lugitsch Fütterungsberater unterstützt Sie gerne bei der richtigen Beurteilung Ihrer Milchinhaltsstoffe und der Zusammenstellung Ihrer wiederkäuergerechten Ration.

DI Cornelia Sixt