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FÜNF STERNE FÜR DEN AICHSTERN

Auf Stippvisite am Hof von Familie Stern im steirischen Rohrbach

Vor mehr als 10 Jahren begann hier auf dem Aichsternhof, einem Hof der auf stolze 12 Generationen zurückblicken kann, eine steirische Erfolgsgeschichte der besonderen Art. Vinzenz Stern jun. entdeckte seine Leidenschaft für den Käse und lenkt nun mit viel Fleiß, Zielstrebigkeit und Innovation die Geschicke des landwirtschaftlichen Betriebes, vorwiegend ausgelegt auf Milchviehhaltung, in eine völlig neue Richtung, die heute zu Recht mit europaweitem Erfolg gekrönt wird.  

Man fühlt sich hier auf dem Aichsternhof in Rohrbach, einige Kilometer westlich von Graz sofort herzlich willkommen. Mutter und Großmutter sind am Herd beschäftigt. Während des Gesprächs mit Vinzenz jun., dem Käsemacher, schaut auch der Vater, Vinzenz sen., auf einen Sprung zur Tür herein, bevor er gleich wieder verschwindet, denn „auf dem Feld gibt es noch jede Menge zu tun und das schöne Wetter muss man ausnutzen!“


DER ANSTOß

Alles begann damit, dass Vinzenz jun., damals Schüler an der Landwirtschaftsschule Alt-Grottenhof, von seinem Lehrer sprichwörtlich dazu „verurteilt“ wurde, seine finale Facharbeit zum Thema „Kreierung eines Meisterkäses“ zu verfassen. „Mich hat das voll angezipft, denn ich hatte mit Käse rein gar nichts am Hut“, so Stern jun. Doch dann hat ihn der Ehrgeiz gepackt. „Ich hab mich voll reingekniet, weil ich eine perfekte Arbeit abliefern wollte, hab meinen ersten Käse gemacht und ihn „Aichstern“ getauft, nach dem Vulgo-Namen des Hofes.“ Da Vinzenz keine Ahnung hatte, was beim Käsemachen abläuft, wurde der Käse bei jedem Versuch anders, er wusste aber nicht, woran es lag. 

Da aber sein Interesse geweckt war, absolvierte er die Ausbildung zur Molkerei- und Käsereifekraft an der Bundesanstalt für Alpenländische Milchwirtschaft Rotholz in Tirol in Rekordzeit. Danach folgte der Intensivkurs zum Meister. So schaffte Stern jun. es mit 20 zum jüngsten Käsemeister Österreichs.

FEILEN AM KÄSE

Nach den ersten Versuchen in der Küche baute Vinzenz jun. eine professionelle Produktionseinheit mit drei Reifenräumen, denn die verschiedenen Käsesorten benötigen unterschiedliche Reifeszenarien. Er erinnert sich schmunzelnd: „Das praktische Gespür kam erst mit der Zeit, wieder eine neue Erfahrung für mich.“ Er feilt akribisch an seinen Rohmilch-Sorten, dokumentiert jeden Schritt und realisiert so Schritt für Schritt seine Vorstellung vom „perfekten“ Käse. Daneben absolviert Stern die Ausbildung zum Diplom-Käsesommelier, um einen noch tieferen Einblick in die unterschiedlichsten Herstellungsweisen und Käsekulturen zu bekommen.

EINE MENGE ARBEIT

Seine Eltern unterstützen ihn seit Beginn in seiner Leidenschaft, teilen sie und haben seine Sache auch zu der ihren gemacht. Die Arbeit am und rund um den Hof verrichtet die Familie Hand in Hand. Neben 30 Milchkühen gilt es die Legehennen zu versorgen und zahlreiche Äcker und Wiesen zu bewirtschaften. Auch in der Käserei fällt jede Menge Arbeit an. Neben der Herstellung wird schließlich jeder Käse sorgfältig von Hand verpackt und ausgezeichnet. Zum Hofladen und dem Frischmilchautomaten kam vor Kurzem noch ein 7/24-Selbstbedienungsautomat dazu, der laufend frisch bestückt wird mit Produkten aus eigener Erzeugung. Da findet man Eier, Obst, Molke, Joghurt, Käse, Topfen, Säfte und Kernöl. Eine tolle Sache, wie man an den vielen Radfahrern und Autos sieht, die dort laufend Halt machen und vollbepackt weiterfahren.

SOVIEL FLEIß WIRD BELOHNT

Vinzenz Stern jun. stellt mittlerweile Weichkäse-, Briekäse- und Bergkäsesorten der unterschiedlichsten Arten her. Die letzten 8 Jahre in Folge wurde er für seine Kreationen bei den steirischen Landeskäsemeisterschaften mit der Goldmedaille ausgezeichnet. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen war es ein besonderes Highlight für den jungen Käsemeister, mit Gold für den besten europäischen Camembert bei der „Internationalen Käsiade 2015“ ausgezeichnet zu werden. 

WOHIN GEHT DER WEG?

Angesichts des rasanten Werdeganges sind die Ziele von Vinzenz Stern jun. fast bescheiden: Den Level von jetzt halten und stetig weiter verbessern. Er setzt auf Qualität statt Quantität. Auf die Frage, wo man den „Sternkäse“ bekommt, erhalten wir eine ganz klare Antwort mit einem breiten Grinsen: „Wer Sternkäse will, muss nach Rohrbach kommen!“ 

Wir wünschen dem jüngsten Käsemeister Österreichs auf jeden Fall neben bleibendem Erfolg, dass er weiter so hervorragend reift und gedeiht wie sein Käse! 

Kontakt: 

Vinzenz Stern, Käserei, Hofladen

Rohrbach 80, A-8151 Rohrbach-Steinberg

Öffnungszeiten: 

Mo, Die, Do, Fr 8-17 Uhr,, Sa 8-14 Uhr