Zum Inhalt

Mindesthaltbarkeit von Eiern


Wieder einmal ging zu Ostern eine Schlagzeile durch die Medien „4 Millionen Eier landen zu Ostern im Müll, viele davon umsonst“. Und wieder einmal wird es keine Veränderungen geben.

Worum geht es konkret? In einem Langzeittest von Greenpeace, finanziell unterstützt von MUTTER ERDE, einer Initiative des ORF und führender Umwelt- und Naturschutzorganisationen wurde festgestellt, was jeder Legehennenhalter seit vielen Jahren weiß. Greenpeace-Sprecherin Hanna Simons: „Eier sind viel länger haltbar als allgemein angenommen“. Auch fordert Hanna Simons in diesem Zusammenhang von Umweltminister Rupprechter, sich endlich für ein realitätsnahes Mindesthaltbarkeitsdatum einzusetzen.

Diese Forderung tragen wir Packstellen mit schöner Regelmäßigkeit an das BMGF (Bundesministerium für Gesundheit und Frauen) heran, welches in Wahrheit dafür zuständig ist. Und in gleicher Regelmäßigkeit werden wir darauf verwiesen, dass es sich beim Mindesthaltbarkeitsdatum um EU Gemeinschaftsrecht handelt und man national keine Möglichkeiten hat. Insofern unterstützen wir natürlich die Forderung von Greenpeace, dass endlich etwas zu diesem Thema unternommen wird.

28 Tage, ab Legedatum, das ist die derzeit unabdingbare EU-Norm. Wussten Sie, dass jedoch bereits 10 Tage nach dem Legedatum das Ei verpackt sein muss und sonst nur mehr in die Industrie verkauft werden darf? Millionen grundsätzlich frischer Eier werden regelmäßig, nach Ostern natürlich noch verstärkt, zu billigsten Preisen in die Industrie verbracht! Da darf man natürlich nicht von „wegwerfen“ sprechen, die Eier werden ja verarbeitet. Aber die Landwirtschaft und der Konsument subventionieren auf diesem Weg die industrielle Produktion. Darüber hinaus gibt es für verarbeitete Produkte nicht einmal die Verpflichtung, auszuzeichnen, woher die Eier stammen. Ein Legehennenhalter muss jedes Ei, das den Hof verlässt einzeln auszeichnen. Passt das zusammen? Die vielgelobte österreichische Qualität hat in der Industrie auch plötzlich keinen Wert mehr. Preislich gesehen messen wir uns an Billigstproduktionen aus dem Osten oder dem hohen Norden.

„Eier sind auch 56 Tage nach Ablauf der Mindesthaltbarkeit noch einwandfrei“ stellen Langzeittests von kritischen, unabhängigen Institutionen fest. In Wirklichkeit landen Eier, die nach der EU-Norm noch frisch sind, bereits ab dem 10ten Tag nach Legedatum als billige Verarbeitungsware in der Industrie. Auch darüber muss gesprochen werden. Hier gibt es Regelungsbedarf. Und dafür werden wir uns weiter einsetzen.

Mag. Karlheinz Uhl
GF der Nest-Eier Handelsges. m.b.H
Nfg & Co KG

www.nestei.at