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GEHT'S DEM HENDERL GUT?


ZU BESUCH IM MASTSTALL
VON BERNHARD GUGLER 

Inmitten weiter Felder prangt auf einer kleinen Anhöhe der Vierkanthof der Familie Gugler aus Amstetten. Den Hof gibt es schon seit fast 300 Jahren – die Guglers sind Landwirte aus Leidenschaft . So verwundert es nicht, dass Sohn Bernhard nach erfolgreichem landwirtschaftlichem Abschluss am Josephinium Wieselburg 2005 in die Fußstapfen seiner Eltern trat. Bauer zu sein ist seine Leidenschaft und mittlerweile seine Lebensgrundlage. 

Zu Beginn war die Landwirtschaft mit 19.000 Masthühnern für ihn ein Nebenerwerb zur Arbeit in der Bezirksbauernkammer Amstetten. Um mehr Zeit für die Betreuung seiner Tiere zu haben, entschied sich Bernhard Gugler 2011 für den Bau eines zweiten, größeren Maststalles. Das war wichtig, um langfristig als Bauer bestehen zu können. Die Zeit zum Investieren war günstig und Lugitsch suchte vertrauensvolle Vertragslandwirte. Das Risiko war für Ihn also überschaubar. Dieser Schritt ermöglichte es ihm, sich voll und ganz auf das Wohlbefinden seiner Tiere zu konzentrieren und sicherte den Fortbestand der elterlichen Landwirtschaft. Österreichische Hühnermäster halten im Schnitt 20.000 bis 25.000 Tiere. Es handelt sich in der Regel um bäuerliche Familienbetriebe. Während in Österreich Betriebe – wie der von Bernhard Gugler – mit 40.000 Hühnern zu den größeren zählen, AMA zertifiziert sind und strengsten Richtlinien und Kontrollen unterliegen, sind weltweit Betriebe mit 100.000 Hühnern keine Seltenheit. In keinem anderen Land der Europäischen Union ist das Tierhaltungs gesetz so umfangreich und streng wie in Österreich. Vor allem wenn es um Platz, Hygiene und Stallausstattung geht. Das ist für Landwirte mit hohen Erhaltungs- und Produktionskosten verbunden, die sich auf den Preis heimischer Gefügelprodukte auswirken. „Billig-Gefügel aus dem Ausland geht immer zu Lasten des Tierwohls sowie der heimischen Landwirte und schwächt die Wettbewerbsfähigkeit“, so Gugler. 

Man erkennt die Leidenschaft für seinen Beruf, wenn er über die Arbeit mit seinen Hühnern erzählt. Es gilt seine Herde zu kennen und ihre Bedürfnisse zu erfüllen, um ein glückliches, zufriedenes Tier aufzuziehen und später ein hochwertiges Produkt zu erzeugen. „Ein Landwirt verdient nichts, wenn es den Tieren schlecht geht. Ein Huhn frisst nicht oder legt weniger Eier. Ebenso geben Kühe weniger Milch bei mangelndem Wohlbefinden. Es ist egal, ob man 500 oder 50.000 Hühner im Stall hat, man muss schauen, dass es jedem einzelnen gut geht. Sonst hat man langfristig keinen Erfolg“, ist Bernhard Gugler der festen Überzeugung. 

Doch was braucht ein Huhn im Laufe seines Lebens, um sich wohl zu fühlen? Die Antwort von Gugler ist kurz und klar. Neben wohliger Wärme, laufend frischem Wasser, genügend Frischluft und hochwertigem Futter achtet der junge Landwirt vor allem auf ausreichend Einstreu. Das unterstützt den natürlichen Trieb zum Scharen und erst ein trockener Boden ermöglicht ein gesundes Tier.

Hühner haben ein sehr starkes Bedürfnis nach Routine, so erfolgt das Fressen, Laufen, Rasten und Trinken in einem bestimmten Tagesrythmus.

Die Rahmenbedingungen für Abwechslung zwischen- durch scha man mit kleinen „Spielplätzen“ wie z.B. Strohballen, die auch Bernhard Gugler großzügig auf seinen Maststall verteilt hat. Zu berücksichtigen ist auch, dass nicht alle Herden in ihrem Verhalten gleich sind. So gibt es die Agilen und Schnatterigen und solche, die von klein auf eher faul sind. Laufende Beobachtung und Kontrolle sind deshalb wichtig. Ein Bauer, der das täglich mehrmals macht, kennt seine Herde, hört schon, wenn er den Stall betritt und sieht am Gewicht, wie sich die Tiere fühlen.

Für die Zukunft wünscht sich Bernhard Gugler, dass mehr Konsumenten bewusst österreichische Henderln mit dem AMA Gütesiegel kaufen. Sie würden so auch einen Beitrag zu mehr Tierwohl und Nachhaltigkeit leisten.