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FETTGEHALT IN DER MILCH

EIN INDIKATOR FÜR GESUNDE KÜHE

Der Fettgehalt in der Milch unterliegt laufend kleinen Schwankungen. Die meisten dieser Schwankungen sind fütterungsbedingt bzw. hängen maßgeblich mit der Futteraufnahme zusammen. Im Sommer tritt immer häufiger das Phänomen auf, dass der Fettgehalt in der Milch deutlich zurück geht. Das lässt sich oftmals durch den hitzebedingten Rückgang der Futteraufnahme begründen.

HOHER FETTGEHALT

Der Fettgehalt ist der Indikator für die Strukturversorgung und –verdauung. Im Laktationsverlauf steigt der Fettgehalt kontinuierlich an und signalisiert somit eine ausreichende Nährstoffversorgung. Extrem hohe Fettgehalte von > 5% in den ersten 100 Laktationstagen und einem gleichzeitig niedrigen Eiweißgehalt deuten auf eine Ketose (Energiemangel) hin. Vereinfacht gesagt, schmilzt die Kuh in dieser Situation vermehrt Körperfett ein, welches zu einem Milchfettanstieg führt. Aus diesem Grund ist ein hoher Fettgehalt nicht immer gesund für die Kuh.

NIEDRIGER FETTGEHALT

Niedrige Fettgehalte müssen immer im Verhältnis zur Milch gesehen werden. Bekanntlich sinken die Inhaltsstoffe, wenn die Milchmenge steigt. Sehr niedrige Fettgehalte von < 3,50% deuten jedoch auf eine Acidose (Energieüberschuss) hin. Diese führt zu einer geringeren Wiederkautätigkeit und folglich zu einem übersäuerten Pansen. In diesem Fall herrscht ein Mangel an strukturierter Rohfaser und oftmals gleichzeitig ein Zuviel an Kraftfutter. Somit kann auch ein geringer Fettgehalt auf den Gesundheitszustand der Kuh hindeuten.

FETTGEHALT STEIGERN

Der Fettgehalt in der Milch lässt sich durch verschiedenste Maßnahmen steigern. Nicht nur die Genetik ist dabei entscheidend. Neben der ausreichenden Strukturbereitstellung, der Futteraufnahme und der bedarfsgerechten Energieversorgung, spielt das Stärke:Zucker Verhältnis eine wichtige Rolle. Einen Stärkeüberschuss und somit einen Zuckermangel haben häufig Betriebe, die vermehrt Maisprodukte verfüttern.

Bei niedrigen Fettgehalten, empfehlen wir die Wiederkauschläge zu zählen, den Kot zu waschen und die gefütterte Ration zu kontrollieren. Kontaktieren Sie Ihren Fütterungsberater, er unterstützt Sie gerne bei der Optimierung Ihrer Ration.

DI Cornelia Sixt