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LAND SCHAFFT LEBEN


Mit seinem Verein „Land schafft Leben“ zeigt der Rohrmooser Hannes Royer (39) die Entstehung unserer Lebensmittel auf. Dahinter steht akribische Recherche. Es ist ein Zustand, an dem sich Hannes Royer schon seit Jahren stößt: „Die meisten Leute wissen zwar, wie das neueste Smartphone funktioniert, haben aber wenig Ahnung, woher das Essen auf ihren Tellern kommt.“ Doch der Nebenerwerbsbauer aus Rohrmoos ist nicht der Typ, der unerquickliche Situationen einfach so hinnimmt. Stattdessen legt er lieber selbst Hand an.

Gemacht hat er das mit der Gründung des Vereins „Land schafft Leben“, den er nun in Wien gemeinsam mit seinem inzwischen achtköpfigen Team offiziell vorgestellt hat. Und Royer hat in eineinhalb Jahren Vorarbeitszeit Beachtliches auf die Beine gestellt. „Die Idee ist, dass wir Konsumenten unvoreingenommen und objektiv über alle Lebensmittel informieren, die in Österreich produziert werden“, sagt der 39-Jährige. Ob Getreide, Rindfleisch oder Paprika – der Verein recherchiert akribisch alle Details zu den Produkten, von der Herstellung über die Verarbeitung bis zum Verkauf, und veröffentlicht die Ergebnisse.

AUCH KRITISCHES GEFRAGT

Auf www.landschafftleben.at sind die ersten drei Produktgruppen (Milch, Huhn, Apfel) bereits abrufbar. „Dabei sparen wir auch kritische Punkte wie die Kälber-Enthornung oder Anbindehaltung nicht aus“, sagt Royer. „Wir wollen nicht werten, sondern einfach nur informieren, damit die Menschen wieder einen Bezug zum Wert der Lebensmittel bekommen. Wir zeigen keine geschönte Realität, sondern eben nur die Realität.“ Finanziert wird der enorme Aufwand über Bauern, Verarbeiter und den Handel. „Ich habe die Betriebe nach einander kontaktiert und Termine vereinbart, auch mit allen Vorstandsdirektoren der großen Lebensmittelketten.“ Ihnen machte Royer klar, dass sein Anliegen im Interesse aller Beteiligten sei, er sich aber inhaltlich nicht dreinreden würde lassen. Der Überzeugungskraft des dreifachen Familienvaters ist es zu danken, dass letztlich alle Beteiligten bereit waren, einen Beitrag zum Verein zu leisten. Seither recherchieren Royers Mitarbeiter eine Lebensmittelgruppe nach der anderen. Auf der Homepage werden die Ergebnisse mit Texten, Grafiken und Videos aufbereitet.

Pro Jahr sollen vier bis fünf neue Lebensmittelgruppen zur Sammlung dazukommen. In Arbeit sind momentan Paradeiser, Salat und Pute.

 

Zur Person:

Hannes Royer (39) betreibt im Nebenerwerb eine Kalbinnenaufzucht in Rohrmoos. Im Zuge der Ski-WM 2013 versorgte er die Besucher über die Marke „Heimatgold“ mit Lebensmitteln aus der Region. 2014 gründete er den Verein „Land schafft Leben“, der inzwischen acht Mitarbeiter hat.

Infos auf www.landschafftleben.at