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AD LIBITUM FÜTTERUNG


WAS IST BEI DER ANSÄUERUNG ZU BEACHTEN?

Über den Einfluss der Fütterung von Kälbern in den ersten Lebenswochen auf das spätere Leistungsvermögen und die Gesundheit wurde in den letzten Jahren häufig diskutiert. So kommt es, dass die Ad libitum Fütterung mittlerweile bei Kälbern weit verbreitet ist.

Bei der Ad libitum Fütterung geht es darum, den Kälbern in den ersten 2-3 Lebenswochen uneingeschränkt Milch zur Verfügung zu stellen. Diese Milch ist kalt und im Optimalfall mit einer Säure angereichert. Empfohlen wird, die Milch nach dem Melken anzusäuern, denn dadurch wird die Vermehrung von Keimen und vor allem von Kolibakterien, die über kleinste Kotpartikel in die Milch gelangen können, gehemmt. Die Milch sollte auf einen pH-Wert von 5,5 angesäuert werden. Ist der pH- Wert tiefer, leidet die Schmackhaftigkeit darunter.

WIE WIRD ANGESÄUERT?

Die Kälbermilch sollte vor dem Ansäuern leicht abgekühlt sein, da die kuhwarme Milch in Verbindung mit der Säure leichter ausflockt. Um ein Ausflocken vollständig zu vermeiden sollte die maximal 25° C warme Milch auf die Säure geschüttet werden. Flockt die Milch auch unter diesen Umständen aus, ist es empfehlenswert, die Säure mit einem Schuss Wasser zu verdünnen oder eine andere Säure zu wählen.

Milch wird bekannterweise von selbst sauer. Allerdings schützt diese natürliche Säure nur in geringem Maß vor der Keimvermehrung. Das Ansäuern mit Joghurt oder Milchsäure schützt nicht ausreichend. Vor allem auf Betrieben mit hoher Keimbelastung sollte die natürliche Ansäuerung nicht die Methode der Wahl sein.

Die handelsüblichste Säure zum Ansäuern der Kälbertränke ist die Ameisensäure. Diese ist aufgrund ihrer Aggressivität allerdings nicht zu empfehlen. Die Säure ist stark ätzend und muss vorab mit großen Wassermengen gestreckt werden, um die Dosierung überhaupt zu ermöglichen. Fehler in der Dosierung können sich hier drastisch auswirken.

Am Besten für die Ansäuerung der Kälbermilch geeignet ist eine gemischte Säure (z.B.: Ameisensäure + Propionsäure + Lignosulfonsäure). Diese ist weniger aggressiv, muss vorher nicht mit Wasser verdünnt werden und lässt die Milch nicht so leicht ausflocken.

Wurde die Ansäuerung richtig gemacht, steht den zahlreichen Vorteilen der Ad libitum Fütterung nichts im Weg. Hier noch einmal die wichtigsten Punkte, die eine erfolgreiche Ad libitum Fütterung auszeichnen:

  • 24 Stunden täglich Milch im Nuckeleimer
  • ausschließlich abgekühlte Milch verfüttern
  • Säure vor der Milch in den Eimer
  • maximal die ersten 3 Lebenswochen Ad libitum anbieten
  • Milch nicht mit Wasser strecken
  • Milch auch bei Durchfall weiter anbieten

Ihr Lugitsch Fütterungsberater berät Sie gerne bei der Umsetzung der Ad libitum Fütterung, um die Gesundheit und die Leistungsbereitschaft Ihrer Kälber zu verbessern.

DI Cornelia Sixt